Casa Nostra Tierhilfe - Mitgliedsantrag
Abgelegt in

Nervenaufreibend!

    21. Juli 2011

Erinnert Ihr Euch an die vernachlässigten Tiere aus der verschmutzten Wohnung? Wir hatten sie mit Hilfe eines Nachbarn herausgeholt und reisefertig gemacht.

Gestern war der grosse Tag! Sie sind zu ihrem Frauchen geflogen.

Aber was für eine Aufregung! Gebucht waren 2 Boxen für den Frachtraum, eine für den Hund und eine für die drei Katzen, doch es wird ja immer schwieriger als geplant.
Das erste Problem schon am Morgen, ich hatte eine Stunde zu tun um die Miezen in die Box ins Auto zu stecken. Erst jede in eine kleine Box und dann von der kleinen in die grosse, klingt aber einfacher als es ist, wenn man mit scheuen, wilden Tigerchen zu tun hat! Zwei hab ich in die Reisebox geschafft, aber die dritte wollte überhaupt nicht aus der kleinen in die grosse gehen und während ich mit einer Hand die zwei immer wieder in die grosse schub und mit der anderen versuchte die dritte hineinzuschaffen, musste ich dann doch aufgeben, denn das Risiko dass eine im Auto entwischte, war zu gross. Also beschloss ich die dritte in seiner kleinen Box zu lassen und los zum Flughafen. Beim Tanken fragte mich der Tankwart: Signora, haben sie einen Tiger dabei? Eine der Miezen schrie und sang ununterbrochen! Ich erinnerte mich, dass auch eine meiner ersten Katzen im Auto immer so laut war und nur mein Gesang sie beruhigte. So fing ich an zu singen, eine Stunde, bis zur Ankunft. Wenn ich aufhörte, fing die Mieze wieder an, also weitergesungen! Unterwegs noch ein verzweifelter Anruf an Petra, denn man kann ja in der Kabine keine Plastikbox mitnehmen und Petra flitzte schnell wieder nach Hause um die Transporttasche aus Stoff zu holen.

Am Flughafen angekommen das nächste Problem: Wir müssen ja halten um die Tiere auszuladen. Aber sowie man parkt schwärmen 2 Parkwächter und drei Polizisten auf uns zu und unter Geschrei und Gepfeife und Gesten: schnell schnell, Sie müssen sofort hier weg, sonst bekommen Sie eine Strafe! Am Liebsten wäre ihnen wohl gewesen, dass wir unsere Boxen aus dem fahrenden Auto werfen um schnell wieder weg zu sein. Unmöglich.
Also haben wir blitzschnell die fertigen Boxen vor den Eingang gestellt und der Flugpate ist bei mir eingestiegen und zusammen haben wir die dritte Katze in die Transporttasche gesteckt.

Dann mussten wir einen Parkplatz suchen, auch nicht einfach, die bewachten erlaubten Parkhäuser waren alle komplett! Nach ein paar Runden, alles im Schneckentempo, denn nicht nur wir suchten einen Platz für unsere zwei Autos, fanden wir ein Parkhaus, aber einen guten Km vom Flughafen entfernt. Mit den Nerven am Ende sind wir nach unserer Maratona in der Mittagshitze bei 40 Grad endlich am Schalter in der Reihe und warten, dass wir drankommen.

Um 13,40 Uhr ist es soweit (der Flug ging um 14,30). Wir zeigen Tickets und bezahlte Boxen und wollen die Transporttasche in der Kabine zahlen. Den wichtigtuerischen Angestellten  reichte unsere Bescheinigung nicht, sie müssen kontrollieren, ob wirklich alles bezahlt ist!  So wird es 14, 10 Uhr, bis sie endlich ihre zahlreichen Anrufe getätigt haben und Petra zum Schalter rennen kann um die Tasche zu zahlen. Auch dort steht sie 10 Minuten in der Reihe. Inzwischen warte ich auf einen Begleiter, der mich zum Sondergepäck bringen soll, es kommt aber keiner. So schreie ich die Angestellten um 14,20 Uhr an, dass ich jetzt alleine hinuntergehe um die Boxen abzugeben! Petra übergibt endlich die bezahlte Tasche dem Flugpaten und der rennt los, während ich unten renne und Petra mir dann hinterher.
Unten beim Sondergepäck Boxen über das durchleuchtende Band und, stellt Euch vor, wir dürfen nicht hinein um den Hund wieder in seine Box zu setzen. Nur nach Drohungen lassen sie Petra durch und dann sagen sie uns: Ihr könnt gehen.

Inzwischen war es 14, 25 Uhr und nach ein paar Anrufen sagen sie uns endlich, dass jetzt jemand kommt um die Tiere abzuholen. Ich aber: ich rühre mich nicht vom Platz, bis sie abgeholt worden sind. Petra rennt wieder nach oben um sich am Schalter zu beschweren, doch um 14, 28 Uhr erscheinen endlich zwei Arbeiter! Und Gott sei dank flösse ich ihnen ziemlich unbarsch ein, dass die Boxen in den Flieger nach X müssen, sonst hätten sie sie in den Flieger nach Y gebracht!

Um 14,50 Uhr treten wir endlich unsere Maratona zurück zu den Autos an und nach den 150 E. für die gebuchten Boxen im Frachtraum, den 80 E. !!!! für die Transporttasche in der Kabine, zahlen wir noch 2×5 E. für den Parkplatz!

Wir freuen uns, dass wir diesen 4 Tieren geholfen haben, aber die Zustände am Flughafen Catania und die neuen Preise bei Air Berlin machen unsere Arbeit als Tierschützer in Italien unmöglich!

Abschied am Abend vor der Reise.