Casa Nostra Tierhilfe - Mitgliedsantrag
Abgelegt in

Hilferuf aus Deutschland

    3. Juli 2011

Vor einem Monat hat eine verzweifelte weinende Frau aus Deutschland angerufen. Sie hat schnellstens ihr Zuhause in Catania verlassen müssen, aus persönlichen Gründen. (Ihr werdet sicher verstehen, dass ich keine Namen angeben kann).

Ihre grosse Sorge waren ihre Tiere, die sie so schnell nicht mitnehmen konnte, nicht nur weil das alles zu plötzlich kam, auch weil die Tiere Euro Pässe und Tollwutimpfungen mit Quarantäneeinhaltung brauchen.
So hat sie uns gebeten einzugreifen.

Wir haben uns mit Nachbarn in Kontakt gesetzt und erfahren, dass der Hund und die drei Katzen seit einem Monat sich alleine überlassen waren, denn der Mann ist im Krankenhaus. Ein tierlieber Nachbar brachte ab und zu Futter und Wasser. Die Behörden hier waren informiert, aber haben nichts unternommen.

Gestern war es soweit: wir haben die Tiere rausgeholt!

Während wir auf den Nachbarn mit dem Schlüssel warteten, hat ein Polizeiauto neben uns angehalten, um uns zu informieren, dass wir in der schlimmsten Gegend der Stadt waren und aufpassen sollten.

Das war uns bewusst. Aber auf das, was uns in der Wohnug erwartete, waren wir nicht vorbereitet:
       

       

Als die Wohnungstür aufgeschlossen wurde, kam uns so ein unbeschreiblicher Gestank entgegen, dass wir wortwörtlich 2 Meter zurückgetrieben wurden. Man kann sich das nicht vorstellen! Alles war mit Urin und Kot bedeckt, der Tisch, die Schränke, das Bett….der Fussboden war eine einzige Latrine, wir wussten nicht, wohin wir die Füsse setzen sollten! Und da lebten Tiere!

Der Hund hat sich gefreut, dass er an die frische Luft durfte. Aber die drei verschüchterten wilden Katzen einzufangen, war gar nicht einfach. Immer wieder mussten wir nach draussen fliehen um Luft zu holen. Nach einer Stunde Kampf hatten wir sie alle drei in Käfigen untergebracht und dann gings ins Auto: Hund im Kofferraum und Katzen auf dem Rücksitz.

Der Hund ist nun in unserer Auffangstation untergebracht,  er ist zwar scheu, aber auch neugierig und läuft bereits mit einigen anderen Hunden herum. Er braucht dringend ein Bad, wenn er die nächten Tage gelernt hat wieder zu leben, wird er richtig gesäubert, dann gehen die Impfungen los.

       

Die drei Miezen sind woanders untergebracht, in einem Hundezwinger, den wir schnellstens katzensicher gemacht haben. Sie sind total scheu und verstecken sich, man wird nur angefaucht, aber das wird mit der Zeit sicher besser werden. Auf jeden Fall sind sie nun in Sicherheit und bekommen regelmässig Futter und Wasser.

       

Alle werden jetzt für die Ausreise vorbereitet und dann können sie zu ihrem Frauchen, das sehnsüchtig auf sie wartet.