Casa Nostra Tierhilfe - Mitgliedsantrag
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Erfahrungsbericht von Maria Friebel

Erfahrungsbericht von Maria Friebel – einer jungen Studentin

Heute ist mein letzter Tag hier in der Tierschutzorganisation „Casa Nostra“.

Ich heiße Maria und bin 20 Jahre. Zwei Wochen verbrachte ich hier im Zuge meiner Stipendienreise der ZIS-Organisation zum Thema der Straßenhundeproblematik in Italien.

Was ich hier mit eigenen Augen gesehen und durch zahlreiche Erzählungen über unüberlegt angeschaffte, ausgesetzte und misshandelte Tiere gehört habe, war zum großen Teil sehr schockierenden.

Langsam beginne ich die Zusammenhänge zwischen der Kultur, Gesellschaft und der Traditionen Siziliens und der enormen Problematik, welche hier in Sachen Tier- und Naturschutz herrscht, zu verstehen.

Umso erstaunlicher ist es, zusehen, was man trotz der vielen Steinen, die einem hier in den Weg gelegt werden, wenn man sich für den Tierschutz aktiv einsetzt, aufbauen kann – einen sicheren Platz, für all die Tiere, die Opfer des mangelnden Verständnisses der Sizilianer für die artgerechte Haltung von Tieren, wurden.

Ich durfte zwei Wochen erleben, was es heißt sich für die Straßenhunde Siziliens einzusetzen.

Da ist zum einen natürlich die tägliche Versorgung der z.Z. 28 Hunde und der zahlreichen anderen Tiere. Hinzu kommen jedoch noch Fahrten zum Tierarzt, wenn man mal wieder Zeuge der unglaublichen Verantwortungslosigkeit der Sizilianer wird und einen oftmals durch Misshandlungen verletzten Hund findet, der dringend tierärztliche Versorgung benötigt. Wobei es schon mal zu einem nervenaufreibenden Akt werden kann, überhaupt eine offene Tierarztpraxis zu finden.

Die Fahrten zum Veterinäramt, welche meist einen halben Tag in Anspruch nehmen, da die vermeintlich gebildeten Amtstierärzte vor dem PC sitzen, als würden sie die notwendigen Papiere zur Ausfuhr der Hunde nach Deutschland, zum ersten Mal ausstellen.

Des weiteren durfte ich Zeuge des enormen Defizits an Organisationsvermögen des sizilianischen Flughafenpersonals werden, als wir Uwi und Pupa zum Flughafen brachten, da sie dort von einem Flugpaten nach Deutschland begleitet wurden.

Bekommt man all diese Strapazen und oftmals nervenaufreibenden Abenteuer mit, auf die man sich einlässt, wenn man sich hier für den Tierschutz einsetzt, so kann ich nur meine Bewunderung gegenüber Petra, Gianna und all die anderen Menschen, die aktiv für Casa Nostra im Einsatz sind, aussprechen. Es ist schon enorm was sie hier alles leisten und für die Tiere auf sich nehmen.

Die Hoffnung, in der oft aussichtslos erscheinenden Lage nicht zu verlieren, fällt schwer. Aber wenn man dann in die Augen, der zufriedenen und unendlichdankbaren Tiere schaut, die hier auf dem Grundstück ausgelassen toben, weiß man, warum man dies alles tut.

An dieser Stelle möchte ich meinen Dank an Petra aussprechen, die mich hier bei ihr zu Hause so herzlich aufgenommen hat und mir gezeigt hat, was es heißt, sich für die hilflosen Geschöpfe Siziliens einzusetzen.

Liebe Grüsse

Maria