Casa Nostra Tierhilfe - Mitgliedsantrag
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Ein trauriger erfolgloser Tag mit etwas Positivem

   11. November 2010

Vor ca. 10 Tagen hat eine deutsche Touristin Kontakt mit uns aufgenommen. Sie war gerade von ihrem Sizilienurlaub zurück und hat im Internet um Hilfe gesucht.

In der Hotelanlage, wo sie untergebracht war, hatte sich ein junger Hund aufgehalten. Mancher Gast akzeptierte das, mancher beschwerte sich. Dieser Hund ging Frau M. nicht mehr aus dem Kopf. So haben wir uns darum gekümmert. Ich, Ulrike, hatte fast täglichen telefonischen Kontakt mit dem Hotel. Leider sind wir wieder mal auf totale Nicht Kollaboration gestossen. Ich hatte gebeten, dass man mich anruft, wenn der Hund sich sehen lässt, um ihn dann zu holen. Aber natürlich wurde ich nicht benachrichtigt. Vorgestern war er da, aber keiner hat mich angerufen. So haben Petra und ich beschlossen, einfach mal loszufahren und ihn zu suchen. Wir haben unsere tägliche Arbeit organisiert und heute morgen um 8,00 h sind wir also nach Palermo gefahren, voller Hoffnung und Vorfreude. Die 200 Km kamen uns unendlich vor. Dort angekommen haben wir sämtliche Hotelanlagen abgesucht, den Strand, die verschiedenen Wege, alle Tankstellen, das nahegelegene Dorf. Nichts, der Hund war verschwunden. Alle Moped- und Autofahrer, die uns begegneten, haben wir gefragt, die Polizei, die Männer vom Katastrophenschutz, die Lokale und Geschäfte im Dorf. Alles ohne Erfolg. Immer wieder sind wir zurück zur Hotelanlage mit der Hoffnung, dass er jetzt da wäre. Nichts, wie vom Erdboden verschluckt.

       

Als wir das vierte Mal die Strasse entlangfuhren, die die Hotels mit dem Strand verbindet, haben wir zwei Welpen entdeckt. Total abgemagert, mit dicken Wurmbäuchen, verdreckt und mit Räude befallen. Sie waren zwar hinter einem Tor, aber nirgends war jemand zu sehen, nirgends Futter oder Wasser und das Tor war kein Hinderniss, sie gingen von dort aus auf die Strasse.

       

Wir haben uns angeschaut und beide dasselbe gedacht: auch wenn sie einen Besitzer haben, keinem Menschen soll ein Tier gelassen werden, wenn er es so verkommen lässt.

So haben wir die zwei Kleinen mit Futter und Leckerlies gelockt, bis wir sie packen konnten.

Mancher denkt jetzt bestimmt: die haben zwei Hunde gestohlen.
Wir antworten: wir haben zwei unschuldige Wesen vor dem sicheren Tod gerettet.

Es tut uns sehr leid, dass wir den Hund, für den wir soweit  gefahren sind, nicht finden konnten, aber trotzdem war der Tag nicht ganz sinnlos, denn dadurch haben wir diesen Hundekindern eine Zukunft geschenkt.

15. November 2010

Die zwei Findlinge sind inzwischen vom Tierarzt untersucht worden. Sie haben keine Räude! Nur durch jede Menge Parasiten und Schmutz sehen sie so schlimm aus. Das wird sich aber bald ändern, sie werden behandelt, entwurmt und gut gefüttert. So entwickeln sie sich sicher zu stattlichen Hündchen.