Casa Nostra Tierhilfe - Mitgliedsantrag
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Das gute Ende einer traurigen Geschichte

Am 17. Dezember bekam ich, Ulrike, ein trauriges e mail : Ein deutscher Mann, der mit dem Wohnwagen durch Italien und Sizilien mit dem Familienhund gereist war, war verunglückt. Die Versicherung würde sich um ihn und um den Wagen kümmern, aber nicht um den Hund.

In Deutschland wusste die Familie nur, dass der 10jährige Tasso in ein Tierheim gebracht worden war.

Ich geriet in Panik, denn zu gut kenne ich die schlimmen Verhältnisse der sogenannten Tierheime auf Sizilien. Der Gedanke, dass das arme Tier sein Herrchen verloren hatte und irgendwo eingesperrt war, ohne nicht mal die ihm bekannte Sprache hören zu können, war unerträglich.

Am 19. Dezember kam dann die Nachricht aus Deutschland, dass er im Tierheim von Acireale untergebracht war und die Daten der  zuständigen Polizeibehörde. Nach ein paar Anrufen bekam ich eine Verabredung am nächsten Morgen um 10 Uhr mit dem Comandante der Polizei, der mir die Papiere ausstellen sollte, um Tasso abholen zu können. Mit dem Besitzer des Tierheims hatte ich auch schon telefoniert und der wartete um elf Uhr auf mich.

Am nächsten Morgen war der Comandante natürlich nicht da, ich sollte am übernächsten Tag wieder kommen. Da machte ich aber nicht mit und nach hin und her, beschloss ich trotzdem ins Tierheim zu fahren um es zu versuchen. Es klappte dann auch, da ich den Besitzer des TH, Mario, schon seit Jahren kenne und noch während ich dort war, kam der Anruf von der Polizei, dass sie die Papiere zufaxen würde.

So wurde Tasso geholt.  Auch Mario freute sich für ihn, denn der Arme hatte drei Tage erbärmlich geheult und nichts gefressen. Ein wunderschöner lieber Kerl. Kann sein, dass ich es mir einbildete, aber mir kam vor, dass er sich freute deutsch zu hören und hauptsächlich, dass er ins Auto durfte. Da benahm er sich ganz toll, Kopf auf der Rücklehne, beobachtete er die Strasse und mich.

Ich brachte ihn zu Petra Schmidt in unsere Auffangstation. Dort bekam er erst mal eine Schüssel vom Besten vorgesetzt, dann ruhte er aus und dann lernte er einige unserer Hunde kennen.

Tasso bei seiner Ankunft in Casa nostra mit Petra.

Jetzt warteten wir nur noch auf eine Impfbestätigung, denn sein Pass lag im Wagen und da durfte keiner rein. Diese kam am 22. Dez. an und so konnten wir uns nach dem Flug umschauen.

Der gewünschte Flughafen war Düsseldorf und die Direktflüge dorthin gehen nur am Samstag. Leider schafften wir es nicht bis Weihnachten, aber an Neujahr würde Tasso bestimmt wieder zuhause sein!

Am folgenden Samstag, den 27. hatten wir alle Reisefieber. Um 17 Uhr packten wir die grösste Reisebox ins Auto. Tasso verhielt sich so, als hätte er mitbekommen, dass es los ging in die Heimat.

Am Flughafen stolzierte er herum und liess sich bewundern. Wir stellten uns an um Flugpaten zu finden. Allerdings gab es noch ein kleines Problem. Der Direktflug nach Düsseldorf war auf den Morgen verlegt worden und jetzt ging nur der nach Köln. Nach kurzer telefonischer Absprache mit Frauchen in Deutschland, die es gar nicht mehr erwarten konnte, wurde beschlossen, dass Tasso nach Köln fliegen würde. Nach kurzer Ausschau fanden wir auch ein nettes italienisches Ehepaar, das sich bereit erklärte für Tasso Flugpaten zu machen.

Beim Check in mit den Flugpaten

Vor dem Flughafen.

Als wir um 18 Uhr Tasso nach unten gebracht hatten um ihn in der Box unterzubringen und uns von ihm verabschiedet hatten, umarmten wir, Petra, Jonny und Ulrike uns glücklich, mit Tränen in den Augen.

Ein besonderes Danke geht an die Flugpaten, Ehepaar Vecchio und an Pino und Heidi, Angestellte des Flughafens, die extra kamen, wenn sie auch an jenem Abend keinen Dienst hatten.

Um Mitternacht kam dann der ersehnte Anruf: Tasso war wieder daheim!

Heute hat Tassos Frauchen geschrieben, dass der Junge sich sehr gefreut hat, wieder bei seinen Menschen zu sein und noch mehr,  wieder seinen Teppich zu haben.

Auch wir freuen uns sehr, dass diese traurige Geschichte ein gutes Ende für Tasso gefunden hat!